KI-Agenten & Automatisierung

Agentic AI erklärt: Definition, Beispiele und Bedeutung

Inhaltsverzeichnis

Agentic AI erklärt sich am besten über den Unterschied zu dem, was die meisten Unternehmen heute nutzen: einen Chatbot, der auf Fragen antwortet und dann auf die nächste Eingabe wartet. Agentic AI geht einen Schritt weiter. Sie beschreibt KI-Systeme, die eigenständig planen, Werkzeuge nutzen und mehrstufige Aufgaben abarbeiten, um ein vorgegebenes Ziel zu erreichen. Laut Capgemini Research Institute (2025) setzen erst 14 % der Unternehmen weltweit KI-Agenten produktiv ein, doch 81 % der Führungskräfte planen eine Integration in den nächsten 12 bis 18 Monaten (Microsoft Work Trend Index 2025). Die Technologie steht am Übergang vom Experiment zum Arbeitsalltag.

Agentic AI auf einen Blick

KennzahlWert
Unternehmen mit KI-Agenten im Einsatz14 % weltweit
Führungskräfte mit Integrationsplänen81 % in 12-18 Monaten
Globales Marktvolumen 20257,06 Mrd. USD
Prognostiziertes Marktvolumen 203293,20 Mrd. USD
Jährliche Wachstumsrate44,6 % (CAGR)

Quellen: Capgemini CRI 2025, Microsoft Work Trend Index 2025, MarketsandMarkets 2025

Was bedeutet Agentic AI? Einfach erklärt

Agentic AI bezeichnet KI-Systeme, die mit begrenzter menschlicher Aufsicht ein bestimmtes Ziel erreichen können. Im Kern bestehen sie aus KI-Agenten - Modellen für maschinelles Lernen, die menschliche Entscheidungsfindung nachahmen, um Probleme in Echtzeit zu lösen. Der Begriff kommt vom englischen Wort “agency”, also Handlungsfähigkeit.

Der entscheidende Punkt: Ein klassischer Chatbot reagiert. Ein KI-Agent agiert. Wenn ein Mitarbeiter einem Chatbot schreibt “Erstelle mir einen Angebotsentwurf für Kunde X”, antwortet der Chatbot mit einem Textentwurf. Ein KI-Agent hingegen prüft die Kundendaten im CRM, zieht vergleichbare Angebote aus der Datenbank, kalkuliert den Preis, erstellt das Dokument und legt es dem Vertriebsleiter zur Freigabe vor. Vier Schritte, eine Eingabe, kein weiteres Nachfragen.

Für KI-Einsteiger, die den Begriff Künstliche Intelligenz erst einmal einordnen möchten, ist die Abgrenzung wichtig: Agentic AI ist keine neue Art von KI. Sie nutzt bestehende Technologien wie Large Language Models (LLMs) und Natural Language Processing (NLP), kombiniert sie aber mit Planungsfähigkeiten, Werkzeugzugriff und Gedächtnis zu einem System, das selbstständig handeln kann. Wenn Agentic AI erklärt werden soll, kommt man um diesen Punkt nicht herum: Die Intelligenz steckt nicht im einzelnen Modell, sondern in der Architektur drumherum.

Der ReAct-Zyklus: Wahrnehmen, Entscheiden, Handeln

KI-Agenten arbeiten nach dem sogenannten ReAct-Muster (Reasoning and Acting). Das funktioniert in vier Phasen:

  1. Wahrnehmung: Der Agent erfasst Daten aus seiner Umgebung - E-Mails, Datenbanken, APIs, Dokumente.
  2. Reasoning: Er analysiert die Situation, zerlegt die Aufgabe in Teilschritte und erstellt einen Plan.
  3. Handlung: Er führt die geplanten Schritte aus, ruft Werkzeuge auf und prüft Zwischenergebnisse.
  4. Lernen: Er wertet Feedback aus und passt seine Strategie an, wenn ein Schritt nicht zum Ziel führt.

Dieser Zyklus wiederholt sich, bis das Ziel erreicht ist. Wenn ein Schritt fehlschlägt, probiert der Agent einen alternativen Weg - statt wie ein klassisches Automatisierungsskript mit einer Fehlermeldung abzubrechen.

Wo liegt der Unterschied zwischen Agentic AI und generativer KI?

Generative KI und Agentic AI werden oft in einen Topf geworfen, obwohl sie grundverschiedene Dinge tun. Generative KI erzeugt Inhalte auf Abruf: Texte, Bilder, Code. Agentic AI nutzt generative KI als Baustein, fügt aber Planung, Werkzeuge und Autonomie hinzu. Der Unterschied ist vergleichbar mit einem Koch, der auf Bestellung ein Gericht kocht (generativ), und einem Koch, der eigenständig den Wocheneinkauf plant, einkauft, den Speiseplan abstimmt und die Küche organisiert (agentisch).

MerkmalGenerative KIAgentic AI
InteraktionPrompt rein, Antwort rausZiel definieren, Agent arbeitet
AutonomieKeine - wartet auf EingabeHoch - handelt eigenständig
WerkzeugeKeine direkte NutzungAPIs, Datenbanken, E-Mail, Code
PlanungKeine eigeneZerlegt Aufgaben in Schritte
FehlerbehandlungNutzer muss korrigierenVersucht alternative Lösungswege
GedächtnisAuf Konversation begrenztLangfristig über Sitzungen hinweg

Für Unternehmen bedeutet das: Generative KI ist ein Werkzeug. Agentic AI ist ein Mitarbeiter auf Probe - einer, der Aufgaben übernimmt, aber bei kritischen Entscheidungen den Menschen fragt.

Wie funktioniert die Architektur hinter Agentic AI?

Ein KI-Agent ist kein einzelnes Modell, sondern eine Architektur aus fünf Komponenten. Diese Architektur bildet das Fundament, auf dem Agent Frameworks wie LangChain, CrewAI oder Microsoft AutoGen aufbauen. Wer versteht, wie diese Teile zusammenspielen, kann besser einschätzen, was Agentic AI heute kann - und was nicht.

Das LLM als Denkzentrale

Im Kern jedes Agenten steckt ein Large Language Model (Sprachmodell) wie Claude, GPT-4o oder Gemini. Es übernimmt das Verstehen von Aufgaben, das Planen von Schritten und die Entscheidungsfindung. Das LLM wird dabei nicht nur für Textgenerierung genutzt, sondern für Reasoning - also logisches Schlussfolgern. In Kombination mit Deep Learning und Reinforcement Learning kann der Agent aus Feedback lernen und seine Strategie bei wiederkehrenden Aufgaben verbessern.

Werkzeuge und Function Calling

KI-Agenten greifen über API-Integrationen auf externe Werkzeuge zu: CRM-Systeme, ERP-Software, E-Mail, Datenbanken, Web-APIs oder Code-Ausführungsumgebungen. Die Standardisierung dieser Schnittstellen erfolgt zunehmend über das Model Context Protocol (MCP), ein offenes Protokoll, das verschiedenen Agenten einheitlichen Zugriff auf Datenquellen ermöglicht. Damit wird Skalierbarkeit möglich: Ein Agent, der heute Rechnungen prüft, kann morgen auch Lieferscheine verarbeiten, ohne dass die gesamte Integration neu aufgebaut werden muss.

Gedächtnis und Kontext

Ohne Gedächtnis vergisst ein Agent nach jeder Interaktion alles. Moderne Agenten nutzen Kurzzeitgedächtnis für den aktuellen Vorgang und Langzeitgedächtnis über Vektordatenbanken, um Wissen aus früheren Aufgaben zu speichern. So lernt ein Agent für die Angebotserstellung etwa, welche Formulierungen bei einem bestimmten Kunden gut ankommen.

Guardrails und Human-in-the-Loop

Kein seriöses Agentic-AI-System arbeitet ohne Leitplanken. Guardrails definieren, was ein Agent darf und was nicht. Bei Aktionen mit hohem Risiko - etwa dem Versenden von Angeboten oder dem Ändern von Datensätzen - holt der Agent eine menschliche Freigabe ein. Dieses Prinzip heißt Human-in-the-Loop und ist der Unterschied zwischen nützlicher Automatisierung und unkontrolliertem Risiko.

Welche Arten von KI-Agenten gibt es?

KI-Agenten lassen sich nach ihrem Grad an Autonomie in Stufen einteilen. Die meisten Unternehmensanwendungen bewegen sich aktuell zwischen Stufe 2 und 3 dieses Modells.

StufeBezeichnungTypische MerkmaleBeispiel
1ChatbotBeantwortet Einzelfragen, kein eigenes HandelnFAQ-Bot auf der Website
2KI-AssistentNutzt Werkzeuge auf Anweisung, braucht klare PromptsMicrosoft 365 Copilot
3Task AgentLöst definierte Aufgaben eigenständigSupport-Agent, der Tickets klassifiziert und beantwortet
4Workflow AgentOrchestriert mehrere Task Agents für komplexe ProzesseAngebotserstellung von Datenprüfung bis Versand
5Autonome SystemeHandeln dauerhaft ohne menschlichen AnstoßNoch Forschungsgegenstand

Für den Einstieg im Mittelstand sind Task Agents die sinnvollste Kategorie. Sie übernehmen klar definierte Aufgaben, liefern messbare Ergebnisse und sind mit überschaubarem Aufwand umsetzbar. Wer tiefer einsteigen will, findet in unserem Praxis-Guide zu KI-Agenten für Unternehmen konkrete Einsatzbeispiele und Auswahlkriterien.

Fünf Praxisbeispiele für Agentic AI im Mittelstand

Agentic AI zeigt ihren Nutzen am klarsten an konkreten Einsatzszenarien aus dem Unternehmensalltag. Wer fragt, was Agentic AI erklärt an Mehrwert bringt, findet hier die Antwort: messbare Prozessoptimierung in Bereichen, die für mittelständische Unternehmen typisch sind - also Prozesse mit hohem Textanteil, wiederkehrenden Mustern und klaren Regeln.

Kundenservice: Tickets von der Anfrage bis zur Lösung

Ein KI-Agent liest eingehende Support-Tickets, klassifiziert sie nach Dringlichkeit und Thema, beantwortet Standardanfragen direkt und eskaliert komplexe Fälle mit einer Zusammenfassung an den zuständigen Mitarbeiter. Ergebnis: Die First-Response-Zeit sinkt von mehreren Stunden auf unter 10 Minuten, und 35 % der Anfragen werden ohne menschliches Eingreifen gelöst.

Vertrieb: Angebote vorbereiten

Der Agent prüft eine Kundenanfrage, durchsucht die Angebotsdatenbank nach vergleichbaren Fällen, zieht aktuelle Preise aus dem ERP-System und erstellt einen Angebotsentwurf. Die Durchlaufzeit verkürzt sich von zwei Tagen auf drei Stunden. Der Vertriebsleiter prüft und gibt frei.

Einkauf: Bestellungen automatisieren

Vom Bedarf über den Angebotsvergleich bis zur Bestellauslösung bei Standardartikeln - ein KI-Agent übernimmt den gesamten operativen Beschaffungsprozess. Bei Artikeln, die Rahmenverträge betreffen, holt er automatisch die günstigste Option ein. Wer diesen Bereich vertiefen möchte, findet in unserem Guide zur Automatisierung mit KI weiterführende Informationen und einen Fahrplan.

Dokumentenverarbeitung: Rechnungen und Lieferscheine

Der Agent extrahiert Daten aus Rechnungen und Lieferscheinen per OCR, gleicht sie mit Bestellungen im ERP ab und überträgt die Buchungssätze. Laut einer Analyse von paperclipped.de lassen sich die Kosten pro Vorgang um bis zu 85 % senken.

Internes Wissensmanagement

Mitarbeiter stellen dem Agenten Fragen zu Produktdaten, internen Richtlinien oder Prozessabläufen. Er durchsucht Confluence, SharePoint und die Wissensdatenbank, gibt eine präzise Antwort und nennt die Quelle. Das spart jedem Mitarbeiter durchschnittlich 30 Minuten am Tag an Suchzeit.

Ergebnis nach 6 Monaten (Beispiel Maschinenbauer, 180 Mitarbeiter):

  • Angebotserstellung von 2 Tagen auf 3 Stunden verkürzt
  • First-Response-Zeit im Support von 4 Stunden auf unter 10 Minuten
  • 340 Arbeitsstunden pro Quartal im Einkauf eingespart

Warum Agentic AI für den Mittelstand jetzt wichtig wird

Der deutsche Mittelstand steht vor einem Wendepunkt bei der KI-Nutzung. Laut Bitkom-Erhebung 2026 setzen 41 % der deutschen Unternehmen ab 20 Beschäftigten bereits KI ein - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Und der KI-Index Mittelstand 2026 (DMB/Salesforce) zeigt: Der Anteil der Mittelständler mit KI-Agenten hat sich innerhalb eines Jahres von 8,7 % auf 16,6 % fast verdoppelt.

Drei Faktoren treiben diese Entwicklung:

Erstens: Die Kosten sinken und der ROI stimmt. Ein produktiver KI-Agent kostet zwischen 500 und 3.000 Euro monatlich im Betrieb. Die Einführung liegt bei 8.000 bis 25.000 Euro. McKinsey beziffert die durchschnittliche Amortisationszeit produktiver GenAI-Projekte auf unter 12 Monate. Laut Deloitte AI Institute erzielen 20 % der Unternehmen mit fortgeschrittenen GenAI-Initiativen einen ROI von über 30 %.

Zweitens: Die Werkzeuge reifen. Plattformen wie n8n (self-hosted, DSGVO-freundlich), Microsoft Copilot Studio oder Salesforce Agentforce ermöglichen den Aufbau von KI-Agenten auch ohne tiefe Programmierkenntnisse. Das Model Context Protocol (MCP) standardisiert die Anbindung an Unternehmensdaten. Wer sich für die praktische Umsetzung interessiert, findet in unserem Guide KI-Agent erstellen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Drittens: Der Wettbewerb zieht an. 77 % der KI-nutzenden Unternehmen berichten laut Bitkom von einer verbesserten Wettbewerbsposition. Agentic AI wird damit zum nächsten Schritt in der digitalen Transformation des Mittelstands. Wer 2026 keine ersten Erfahrungen sammelt, dem fehlt 2027 das interne Know-how, wenn Agentic AI zum Standard wird. Gartner prognostiziert, dass bis Ende 2027 rund 40 % der neuen Enterprise-Anwendungen Agenten-Komponenten enthalten werden.

Welche Risiken bringt Agentic AI mit sich?

Die Autonomie von KI-Agenten bringt spezifische Risiken mit sich, die sich von denen klassischer KI-Anwendungen unterscheiden. Wer diese Risiken kennt, kann sie gezielt steuern.

Fehlerkaskaden und Halluzinationen

Ein Chatbot, der halluziniert, gibt eine falsche Antwort. Ein Agent, der halluziniert, handelt auf Basis falscher Annahmen - und die Fehler multiplizieren sich durch die Folgeschritte. Der Agent schickt eine E-Mail mit falschen Zahlen, aktualisiert die Datenbank mit fehlerhaften Daten oder löst eine Bestellung zum falschen Preis aus. Die Lösung: Granulare Berechtigungen nach dem Prinzip der minimalen Autonomie, Prüfpunkte bei kritischen Aktionen und lückenlose Protokollierung aller Agent-Aktionen.

Datenschutz und EU AI Act

Der EU AI Act ist seit August 2024 in Kraft und bringt gestaffelte Pflichten. Für die meisten internen Mittelstands-Workflows gilt: niedriges Risiko, saubere Dokumentation reicht. Kritisch wird es bei KI-Entscheidungen, die Menschen direkt betreffen - etwa in der Personalauswahl oder Kreditvergabe. Unternehmen, die auf Self-Hosted-Lösungen wie n8n und lokale Modelle via Ollama setzen, behalten die volle Kontrolle über ihre Daten. Microsoft hat für 2026 angekündigt, dass die Datenverarbeitung für Microsoft 365 Copilot ausschließlich in Deutschland erfolgen kann.

Laut KI-Index Mittelstand 2026 nennen 32 % der Unternehmen den Schutz von Daten und Geschäftsgeheimnissen als größte Hürde, gefolgt von mangelnder gesetzlicher Klarheit (26,6 %) und unzureichender Datenqualität (23,7 %).

Kontrollverlust vermeiden

Das Prinzip “Der Agent bereitet vor, der Mitarbeiter entscheidet” hat sich als Standard etabliert. Laut Capgemini können 71 % der Organisationen autonomen KI-Agenten noch nicht voll vertrauen. Für den Einstieg empfiehlt sich daher ein Human-in-the-Loop-Ansatz: Der Agent erledigt die Vorarbeit, aber bei Aktionen mit Außenwirkung - E-Mails an Kunden, Vertragsänderungen, Zahlungsfreigaben - entscheidet ein Mensch.

Agentic AI, KI-Agent oder KI-Assistent - was ist was?

Die Begriffe rund um Agentic AI werden oft synonym verwendet, meinen aber Unterschiedliches. Diese Abgrenzung hilft bei der Orientierung.

BegriffBedeutungBeispiel
Künstliche Intelligenz (KI)Oberbegriff für Systeme, die menschliche Denkleistung nachahmenBilderkennung, Sprachverarbeitung, Prognosen
Generative KIKI, die neue Inhalte erzeugt (Text, Bild, Code)ChatGPT, Claude, Midjourney
KI-AssistentGenerative KI mit Werkzeugzugriff, reagiert auf AnweisungenMicrosoft 365 Copilot, Google Gemini
KI-AgentSystem, das eigenständig plant und mehrstufige Aufgaben löstSupport-Agent, Einkaufs-Agent
Agentic AISammelbegriff für die Architektur und das Konzept hinter KI-AgentenDas Paradigma, nicht ein einzelnes Tool
Multi-Agenten-SystemMehrere KI-Agenten, die zusammenarbeiten und sich koordinierenAgent A recherchiert, Agent B schreibt, Agent C prüft

Der Unterschied zwischen “KI-Agent” und “Agentic AI” lässt sich so zusammenfassen: Ein KI-Agent ist eine konkrete Implementierung. Agentic AI ist das Konzept dahinter - vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einem bestimmten Auto und dem Konzept der individuellen Mobilität.

So starten Unternehmen mit Agentic AI

Der Einstieg in Agentic AI muss weder teuer noch komplex sein. Die erfolgreichsten Implementierungen beginnen mit einem klar begrenzten Prozess, der einen hohen Textanteil hat und nach festen Regeln abläuft.

  1. Prozess identifizieren: Suchen Sie einen Vorgang, der repetitiv ist, klare Regeln hat und messbare Ergebnisse liefert. Klassiker: E-Mail-Klassifizierung, Angebotsvorlagen, Rechnungsprüfung.
  2. Datengrundlage prüfen: Der Agent braucht Zugang zu den relevanten Systemen (CRM, ERP, E-Mail) über APIs. Prüfen Sie, welche Schnittstellen vorhanden sind.
  3. Pilotprojekt aufsetzen: Starten Sie mit einem einzelnen Task Agent für einen Prozess. Laufzeit: 4 bis 8 Wochen. Budget: 8.000 bis 25.000 Euro.
  4. Ergebnisse messen: Vergleichen Sie Durchlaufzeit, Fehlerquote und Mitarbeiterzufriedenheit vor und nach dem Einsatz.
  5. Skalieren oder anpassen: Wenn der Pilot funktioniert, erweitern Sie auf weitere Prozesse. Wenn nicht, analysieren Sie die Engpässe und passen Sie den Ansatz an.

Agentic AI erklärt sich letztlich über den konkreten Nutzen im Arbeitsalltag. Die Technologie ist reif genug für den produktiven Einsatz, die Kosten sind für den Mittelstand tragbar und die Werkzeuge werden monatlich besser. Wer jetzt mit einem Pilotprojekt startet, baut das interne Know-how auf, das in zwei Jahren zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird.

Sie möchten KI-Agenten in Ihrem Unternehmen einsetzen? Sprechen Sie uns an - wir beraten Sie unverbindlich.

Häufige Fragen

Was ist Agentic AI?

Agentic AI bezeichnet KI-Systeme, die eigenständig planen, Werkzeuge nutzen und mehrstufige Aufgaben abarbeiten, um ein vorgegebenes Ziel zu erreichen. Im Gegensatz zu klassischen Chatbots, die auf jede Eingabe einzeln reagieren, handeln KI-Agenten autonom und holen nur bei kritischen Entscheidungen menschliche Freigabe ein. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort "agency" (Handlungsfähigkeit) ab.

Was ist der Unterschied zwischen Agentic AI und generativer KI?

Generative KI erzeugt Inhalte auf Abruf - Texte, Bilder oder Code - und wartet dann auf die nächste Eingabe. Agentic AI nutzt generative KI als Baustein, fügt aber Planung, Werkzeugzugriff und Autonomie hinzu. Ein generatives Modell beantwortet eine Frage, ein KI-Agent löst eine komplette Aufgabe von Anfang bis Ende.

Ist Agentic AI dasselbe wie ein KI-Agent?

Nein, die Begriffe sind verwandt, aber nicht identisch. Ein KI-Agent ist eine konkrete Implementierung - ein bestimmtes System, das Aufgaben eigenständig erledigt. Agentic AI ist der Sammelbegriff für das Konzept und die Architektur dahinter. Der Unterschied ist vergleichbar mit einem bestimmten Auto und dem Konzept der individuellen Mobilität.

Welche Unternehmen nutzen Agentic AI bereits?

Laut Capgemini Research Institute (2025) setzen 14 % der Unternehmen weltweit KI-Agenten produktiv ein, weitere 23 % führen Pilotprojekte durch. Der KI-Index Mittelstand 2026 zeigt, dass sich der Anteil deutscher Mittelständler mit KI-Agenten innerhalb eines Jahres von 8,7 % auf 16,6 % fast verdoppelt hat. Typische Einsatzbereiche sind Kundenservice, Vertrieb, Einkauf und Dokumentenverarbeitung.

Wie sicher ist Agentic AI für sensible Geschäftsdaten?

Die Sicherheit hängt von der Implementierung ab. Self-Hosted-Lösungen wie n8n mit lokalen Modellen via Ollama ermöglichen volle Datenkontrolle ohne externe Cloud-Dienste. Microsoft hat für 2026 angekündigt, die Datenverarbeitung für Microsoft 365 Copilot ausschließlich in Deutschland durchzuführen. Granulare Berechtigungen und Human-in-the-Loop bei kritischen Aktionen sind Standard.

Braucht man Programmierkenntnisse für Agentic AI?

Für den Einstieg nicht zwingend. Plattformen wie Microsoft Copilot Studio, Salesforce Agentforce oder n8n ermöglichen den Aufbau von KI-Agenten über visuelle Oberflächen und Low-Code-Ansätze. Für komplexere Agenten-Architekturen mit Frameworks wie LangChain oder CrewAI sind Python-Kenntnisse hilfreich, aber auch hier gibt es umfangreiche Vorlagen und Dokumentationen.

Was kostet der Einstieg in Agentic AI?

Ein produktiver KI-Agent kostet zwischen 500 und 3.000 Euro monatlich im laufenden Betrieb. Die Einführung eines Pilotprojekts liegt bei 8.000 bis 25.000 Euro. McKinsey beziffert die durchschnittliche Amortisationszeit produktiver GenAI-Projekte auf unter 12 Monate. Laut Deloitte AI Institute erzielen 20 % der Unternehmen mit fortgeschrittenen Initiativen einen ROI von über 30 %.

Welche Rolle spielt der EU AI Act bei Agentic AI?

Der EU AI Act ist seit August 2024 in Kraft und bringt gestaffelte Pflichten je nach Risikoklasse des KI-Systems. Für die meisten internen Mittelstands-Workflows - etwa Support-Agenten oder Einkaufsautomatisierung - gilt niedriges Risiko, und eine saubere Dokumentation reicht. Kritisch wird es bei KI-Entscheidungen, die Menschen direkt betreffen, etwa in der Personalauswahl.

Kann Agentic AI Mitarbeiter ersetzen?

Die aktuell produktivsten Implementierungen ersetzen keine Mitarbeiter, sondern übernehmen Vorarbeit und repetitive Aufgaben. Das Prinzip lautet: Der Agent bereitet vor, der Mitarbeiter entscheidet. Laut Capgemini können 71 % der Organisationen autonomen KI-Agenten noch nicht voll vertrauen. KI-Agenten entlasten Teams bei Routinearbeit und schaffen Kapazität für wertschöpfende Tätigkeiten.

Was bedeutet Human-in-the-Loop bei KI-Agenten?

Human-in-the-Loop beschreibt das Prinzip, dass ein KI-Agent bei Aktionen mit hohem Risiko oder Außenwirkung eine menschliche Freigabe einholt, bevor er handelt. Beispiele: E-Mails an Kunden, Vertragsänderungen oder Zahlungsfreigaben. Der Agent erledigt die Vorarbeit und Analyse, aber die finale Entscheidung trifft ein Mensch.

Was sind Multi-Agenten-Systeme?

Multi-Agenten-Systeme bestehen aus mehreren KI-Agenten, die zusammenarbeiten und sich koordinieren. Jeder Agent übernimmt eine spezialisierte Rolle - etwa Recherche, Texterstellung und Qualitätsprüfung. Laut Capgemini pilotieren oder skalieren rund 45 % der Unternehmen, die bereits KI-Agenten einsetzen, Multi-Agenten-Systeme.

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